Zoll
Fangen wir mal mit dem Besten Freund des Studenten an, dem Alkohol.
Da in Schweden der Alkohol ziemlich teuer ist und man nur Bier mit 3,5% in normalen Supermärkten kaufen kann, empfiehlt es sich natürlich, sich für den Anfang erstmal selber was mit zu nehmen.
Folgende Mengen darf man in Schweden aus anderen EU Ländern einführen:
- Spirituosen (mehr als 22% vol): 10 Liter
- Spirituosen (höchstens 22% vol): 20 Liter
- Wein: 90 Liter (aber höchstens 60 Liter Schaumwein)
- Bier: 110 Liter
Um überhaupt Alkohol einführen zu dürfen, muss man mindestens 20 Jahre alt sein. Auch muss man unter Umständen nachweisen, dass der Alkohol wirklich für den Eigenbedarf ist (fragt mich nicht wie das gehen soll).
Ansonsten muss man eben für etwas mehr Geld bei Systembolaget einkaufen. Das ist die einzige Handelskette, die in Schweden Alkohol verkaufen darf. Auch hier geht unter 20 Jahren nichts. Die Schweden sind allgemein recht streng was Altersbeschränkungen angeht. Auch in den Clubs. Es wird fast immer nach der ID (Ausweis) gefragt.
Ansonsten sind die Einfuhrbeschränkungen und Zollbestimmungen denen anderer EU Länder relativ ähnlich.
Geld
Den Euro werdet ihr in Schweden vergeblich suchen. Die Landeswährung sind schwedische Kronen, Skr oder SEK. Grob über den Daumen kann man sagen, dass der Betrag in Kronen durch 10 in etwa dem Wert in Euro entspricht.
In Schweden ist alles etwas teurer. Durchschnittlich liegen die Lebenshaltungskosten ca. 25% höher als bei uns in Deutschland. Man sollte also etwas mehr Geld mitnehmen. Auch Bus und Taxi sind hier recht teuer. Eine Monatskarte für den Bus kostet beispielsweise über 550 SEK. Im Winter ist diese allerdings zu empfehlen, da es hier schon mal richtig ordentlich schneien kann.
Lebensmittel lassen sich gut in einer der Lidl-Filialen erwerben. Vom Park Appartment aus gesehen liegt die nächste c.a. 3 km entfernt. Hier kann man zu nur geringfügig höheren Preisen einkaufen, vor allem auch deutsche Kost wie Bratwürste :) wenn man mal diese seltsamen schwedischen “Bratwürste” probiert hat weiss man unsere erst richtig zu schätzen…
Die Schweden sind uns, was elektronische Zahlungsmittel angeht um einiges voraus. Hier kann man überall die Kreditkarte nutzen. Auch wenn es nur mal ein Kaffee oder Bier ist. Selbst kleinste Beträge zahlt man hier mit der Kreditkarte. Es empfiehlt sich also auf jeden Fall eine zu haben.
Bargeld lässt sich fast überall an einem der unzähligen Automaten bekommen. Hier empfiehlt sich besonders ein Konto bei der SEB Bank. Dann kann man nämlich an allen SEB Automaten in Schweden Bargeld ohne Gebühren ziehen. Die SEB Bank bietet kostenlose Girokonten an, nicht nur für Studenten. Die Kreditkarte gibt es da gleich mit dazu.
Gesundheitssystem
Das schwedische Gesundheitssystem gilt als sehr gut. Ich konnte es ja auch schon selbst testen :-)
Manchmal gibt es ein bisschen Probleme mit dem Englisch, aber man kommt schon ganz gut hin.
Generell muss man jeden Arztbesuch erst einmal selbst bezahlen. Auch hier geht das wunderbar mit Kreditkarte.
Man sollte auf jeden Fall eine EU-Krankenversicherten Karte besitzen oder, falls man privat versichert ist etwas gleichwertiges. Mit der EU-Karte sind die Arztbesuche nämlich deutlich günstiger.
Ansonsten gibt es hier nicht all zu viel zu sagen.
Ach ja, Notruf ist 112.
Wohnheime
Für Studenten die günstigste und einfachste Möglichkeit, das Studentenwohnheim. Und in Västerås gibt es einige davon.
Wir residieren im Park. Das ist galube ich das größte Wohnheim hier. Das Park war mal ein Hotel, das kurzerhand zu einem Studentenwohnheim umfunktioniert wurde. Leider ist es nicht mehr in all zu gutem Zustand. Aber man kann drin wohnen. Allein schon wegen der Größe lernt man hier sofort neue, nette Leute kennen.

Die Zimmer gibt es in verschiedenen Größen, steht alles auf der Seite von Bostard Västerås. Leider sind die Zimmer weder von der Ausstattung (Möblierung) noch vom Zustand gleich. Ich hatte leider etwas Pech. Bei mir war nur das nötigste drin und mein Bad ist auch nicht grad in gutem Zustand. Thilo hat es dagegen besser erwischt.

- ein Blick auf den Flur…
Standardausstattung der Zimmer sind:
- Kühlschrank mit Gefrierfach
- Mikrowelle mit Grillfunktion
- Zwei Kochplatten
- Spüle
Ihr könnt aber auf jeden Fall mit ca. 100-200€ zusätzlichen Kosten rechnen, um die nötigste Ausstattung bei IKEA zu besorgen. Damit meine ich Töpfe, Besteck, etc.
Einen Internetanschluss gibt es auf jedem Zimmer, man muss ihn nur freischalten lassen. Das läuft über die Universität. Kostenpunkt sind 145 SEK pro Monat (im Park). Die Geschwindigkeit ist sehr gut, ca. 10Mbit Downstream und 6Mbit Upstream. Wer so schlau ist und sich einen Router mitbringt, der kann seine Verbindung auch mit anderen Studenten teilen.
Waschen kann man im Keller. Es stehen mehrere Waschmaschinen und Trockner zur Verfügung. Die meisten Geräte sind relativ neu und in gutem Zustand. Das Waschen kostet nichts, nur das Waschpulver muss man sich selbst besorgen.
Die Beschreibung “relativ neu” lässt sich allerdings nicht auf die beiden Fahrstühle anwenden. In diese passen jeweils 3 Leute (laut Hinweisschild, allerdings geht der Überlast-Alarm unter Umständen auch schon ein paar Kilo früher los), und eine extra Tür zwischen der Etagentür und der Kabine fehlt. Ich warte ja nur darauf dass mir mein Schlüsselbund oder sonstwas durch den somit freiliegenden Spalt zwischen Kabinenboden und Wand fällt. Dummerweise bin ich (teelow) als Bewohner des 11. Stocks wohl oder übel auf den Fahrstuhl angewiesen. Laut einem meiner Etagennachbarn, der schon seit mittlerweile einem Jahr hier wohnt, bleibt die Kabine wohl ab und mal auch mal stecken. Ist aber halb so wild, weil wenn mal auf den Alarm-Knopf drückt kommt irgendwann Hilfe….hm, okay.
Hoffentlich schneller als bei einem anderen unserer Mitbewohner, der rund 2 Stunden in seinem Badezimmer gefangen war, weil das Türschloss auf einmal klemmte und sich die Tür somit nicht mehr öffnen lies. Also langweilig wirds hier nicht :)

- Ausblick von teelows Balkon. Links hinten der Mälarsee.
Im Park gilt eine Regel:
“Park – no rules!”
Hier ist es also öfters mal etwas lauter, da ständig irgend wo Partys sind.
Im Park wohnen fast nur Erasmus Studenten. Wenn ihr also ein paar Schweden oder noch besser Schwedinnen kennen lernen wollt, müsst ihr zwangsläufig irgend wo in die Stadt auf Partys.
Das Park ist insgesamt das günstigste Wohnheim, dafür aber nicht all zu gut in Schuss und etwas weiter weg von der Uni. Ein Fahrrad ist hier Pflicht! Der Hausmeister hat zu beginn des Semesters ein paar verscheuert, wobei man allerdings Glück haben muss, da sich die wenigsten in einem verkehrstauglichen Zustand befinden. Dennoch sind wir hier ganz zufrieden. In guter Gesellschaft lässt sich über kleinere Mängel hinwegsehen.
In anderen Wohnheimen kann das selbstverständlich komplett anders aussehen.
Die Uni
Die Uni, an der wir die nächsten Monate verbringen werden, nennt sich “Mälardalen University”, “Mälardalens högskola” auf einheimisch oder kurz “MdH”. Diese Uni hat laut ihrer Homepage 15000 Studenten und bietet 800 verschiedenen Vorlesungen für 60 Studiengänge an. Diese Uni besitzt 2 Campusse, den grösseren hier in Västeras, den kleineren auf der anderen Seite des Mälarensee in Eskilstuna.

Ausstattung
Die Uni besticht erstmal durch die vielen Schwedinnen ihr modernes und äußerst gemütliches Inneres: Überall sind sind Sitz- und Arbeitsgelegenheiten aus hellem Holz plaziert. Zudem gibt es viele kleine Gruppenräume mit je einem Tisch und ein paar Sitzplätzen, in welche man sich in Ruhe zur Gruppenarbeit zurückziehen kann. Auch ist jeder Platz mit mehreren Steckdosen und Netzwerkdosen ausgestattet, so dass die Arbeit mit dem laptop zum Vergnügen wird. Ach ja, WLAN haben die natürlich auch.
Ich erinnere mich dabei an unsere, oftmals verzweifelten, Versuche in unserer FH in der Klausrvorbereitungszeit einen ungestörten Lernplatz zu finden…so sieht das jedenfalls bei den Schweden aus. Da könnte sich die FH Aachen schon bisschen was abkucken…

Für die religiösen Menschen gibt es sogar einen (neutral eingerichteten, d.h. ohne bestimmte religiöse Symbole) kleinen Calm Room, in den man sich zum Gebet oder zum Meditieren oder was auch immer zurückziehen kann.

An der Uni bekommt jeder Student eine Karte mit seinem Bild drauf. Die Karte ist was ganz besonderes. Sie erlaubt den Zutritt zu speziellen Bereichen, wie Laboren, etc. Auch ist es mit der Karte möglich, dass Universitätsgebäude rund um die Uhr zu betreten. Und damit meine ich 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche! Wer also in Ruhe lernen will, kann das zu jeder Tages un Nachtzeit tun. Ein tolles System, wie wir finden!
Die Mensa
Natürlich hat der schwedische Student auch mal Hunger. Um diesen zu stillen gibt es an der MdH mehrere Möglichkeiten: Zum einen die Mensa: Hier kann man zwischen unterschiedlichen (wer hätte es gedacht ;) ) Gerichten, wählen, z.B. Spaghetti Bolognese oder Schwedische Fleischbällchen mit Reis. Für die Spaghetti Bolognese (mehr habe ich bisher noch nicht probiert) bezahlt man 45 Kronen, das sind ~5€. Nur im Gegensatz zu unserer Mensa kann man sich die Portionen selber zusammenstellen, also den Teller bis Ultimo vollladen (sogar ohne dass man schief angeguckt wird ;) ). Dazu gibt es einen kleinen (und sogar frischen) Salat, den man sich am Buffet ebenfalls selber zusammenstellen kann, Brot und einen Free Refill von stillem Wasser.
Sagt einem das nicht zu kann man nebenan in die Student Union gehen: Das ist (sofern ich das richtig verstanden habe ;) ) eine Art Fachschaft, die sich aber nicht wie bei uns auf nur einen Fachbereich beschränkt, sondern für die ganze Uni zuständig ist. In diesem Gebäude gibt es u.a. eine Cafeteria, in der neben Baguettes und Kuchen u.s.w. ebenfalls warme Speisen ausgegeben werden. Ein Baguette mit Fleischsalat oder mit Hähnchen-Curry (sehr lecker! und vor allem sehr sättigend) kostet 29 Kronen, also etwas über 3€. Dazu gibt es einen 0,2l-Becher Kaffee. Ausserdem gibt es hier Fast Food, wie Pizza (ab 49 Kronen, also etwas über 5€) oder Kebab mit Pommes.
Und wem das alles nicht zusagt, dem steht ein Raum komplett gefüllt mit Mikrowellen zur Verfügung, an denen man sich seine selber mitgebrachten Speisen selber aufwärmen kann.

RQNY6j Thanks for good post
hej johnny, ja heter dani, haha, ääähm, ja ich bin über google auf deinem blog gelandet, ich gehe auch im august nach västeras, auch ins park. ich wollte da eigentlich gar nich hin, war weder mein erst-, noch zweit-, noch drittwunsch, naja, aber die anderen wohnheime sind übervoll und nun muss ich mich damit arrangieren. kannst du mir vielleicht noch ein bisschen übers park erzählen, hast du noch mehr bilder vom zimmer? wie ist das da mit der küche, ich würde viel lieber mit den anderen leute zusammen kochen, als da in meinem zimmer rumzubrutzeln. gibts ne gemeinschaftsküche überhaupt? und sonst, wie isses im pakr, hast du es als lautes partywohnheim empfunden, man liesst ja überall die schrägsten storys. was hat das park noch zu bieten? wie läuft das da mit der internetanmeldung und vor allen dingen, wie hast du das da mit deinem fahrrad gemacht. wo kann man das günstig kaufen. gibts da im wohnheim n sicheren raum für die räder, oder kann ich das aufn balkon stellen?
wär dir sooo dankbar für ne antwort.
liebe grüße aus köln
dani