Fleischbällchen und Gammelfisch – schwedisches Essen

19 09 2008

Wie jedes Land hat auch Schweden seine eigenen Spezialitäten und Besonderheiten, die mit der Nahrungsaufnahme zusammenhängen. Ehrlich gesagt hatte ich keine Ahnung, was denn so ein typisch Schwedisches Gericht ist. Ich hab eigentlich damit gerechnet, dass es hier viel Fisch gibt. Oder Elchbraten????

Hab ich hier noch nicht gesehen, aber dafür ein paar andere Dinge….an dieser Stelle eine (noch unvollständige) Auflistung von Gerichten/Nahrungsmitteln, die uns bisher hier in Schweden aufgefallen sind:

  • Köttbullar (gesprochen: Schöttbullar) sind kleine Fleischbällchen, die etwas an unsere Frikadellen erinnern.   Zum ersten Mal gegessen hab ich sie, ganz klischeehaft, im hiesigen IKEA (anscheinend gibts die auch in unseren…keine Ahnung, ich fahr nicht sooft zu IKEA und dort essen tu ich noch weniger). Man isst sie zusammen mit Kartoffeln, Preiselbeerkompott und einer Art Bratensosse (Brunsås). Aber sie sind recht vielseitig einsetzbar, in der Uni im Kåren gibt es z.B. Baguettes, die mit geschnittenen Köttbullar belegt sind. Jedenfalls hab ich mittlerweile meine zweite 1 kg-Packung im Kühlschrank stehen.
  • Salzgurken: In jedem schwedischen Supermarkt, in dem ich bisher war, gab es in einer Ecke ein kleines Fässchen, aus dem man sich Gurken rausfischen kann, die wie recht grosse Essiggurken aussehen (im Lidl gabs so etwas nicht, aber der Lidl ist ja auch nicht schwedisch). Diese Gurken sind aber keine Essig-, sondern eher Salzgurken, d.h. sie schmecken (oh Wunder) salzig und haben eine recht weiche Konsistenz.

  • Tubenpaste: ist hier anscheined auch sehr beliebt. Bisher hab ich Käse- (ich glaub es war Gouda), Schinken bzw Bacon-, Kaviar- und Krabbenpaste gesehen. Die Kaviarpaste haben wir schon mal während eines gemeinsamen Abendessens mit Nina, Andrea, Anndee und Julian probiert (sogar ich habe sie probiert :) )- sie ist rosa und schmeckt eben nach Fisch.  Die Käsepaste werde ich irgendwann mal probieren, vielleicht auch mal die Schinkenpaste, aber da ich ohnehin kein Meerestieresser bin, werde ich auf die Krabbenpaste wohl lieber verzichten. Aber vielleicht kann Koschi sie ja für die Entwicklung eines Krabbenburgerrezeptes verwenden :)
  • Surströmming: Der Tiefpunkt der westlichen Esskultur wird meiner Meinung nach an dieser Stelle erreicht, obwohl er bei den Schweden, sowie immer mehr bei manchen Leuten anderer Nationen, als Delikatesse gilt. Und zwar handelt es sich hierbei um Ostsee-Heringe, die nach dem Fang kopflos in Holzfässern eingesalzen und vergoren werden. Danach werden sie ohne Erhitzung in Konservendosen abgefüllt, in denen eine Nachgärung stattfindet. Wenn die Dosen durch den hierbei entstehenden Gasdruck nach einem halben Jahr kugelförmig ausgebeult haben, werden diese dann verkauft.Den Dosen entweicht beim Öffnen ein bestialischer Gestank, der nur von dem Geschmack übertroffen wird. Wobei laut Wikipedia ist der Fisch bei richtiger Vorbereitung “sehr mild, bei neutralem Geruch.” Um ehrlich zu sein, habe ich weder an diesen Fisch gerochen und ihn schon gar nicht probiert, sondern habe all diese Informationen aus dem Internet (vorwiegend Wikipedia).Jedenfalls isst man ihn auf einem mit Butter bestrichenem schwedischen Brot zusammen mit Kartoffeln, gehackten roten Zwiebeln und einer Art sauren Sahne. Richtig spassig finde ich aber diese beiden Fakten über Surströmming:

    • Zu Weihnachten 1981 verteilte eine Mieterin im Treppenhaus Surströmmingstunke. Ihr wurde fristlos gekündigt. Das Landgericht Köln bestätigte die Kündigung, nachdem in der mündlichen Verhandlung eine Dose Surströmming geöffnet wurde (LG Köln v. 12. Januar 1984 – 1 S 171/83, WM 1984, Seite 55).
    • Der Transport der Surströmming-Dosen ist wegen möglicher Explosionsgefahr auf Flügen von British Airways und Air France ausdrücklich verboten.

    Ay Caramba…Quelle ist, wie gesagt, Wikipedia. Auf eigene Erfahrungen verzichte ich lieber erstmal – wobei mich schon mal interessieren würde, ob er tatsächlich so stinkt wie alle sagen.

  • Grillkorv: Das ist das schwedische Pendant zu unserer Bratwurst. Sie sehen aus wie Bockwürste, fühlen sich im rohen Zustand auch so an und sind recht weich. Aber bei unserer ersten Grillsession auf Anndees Balkon sind sie uns erstmal gnadenlos angebrannt und irgendwie habe ich auch nicht das Gefühl, von ihnen richtig satt zu werden (vielleicht sollte ich einfach mehr davon essen). Jedenfalls schmecken sie, nachdem man sich an sie gewöhnt hat und sie nicht direkt mit unserer Bratwurst vergleicht, ganz passabel.

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2 responses

19 09 2008
michel

*lol* da haste ja eine richtige “kulinarische” Tour hinter dich gebracht :D

btw. hab mir deine Spaßliste aus dem Supermarkt zu Herzen genommen und das “Vorsicht Rutschgefahr” Schild von den FH-Putztrupps auf den Teppich in der Bib geschleppt. … naja soweit bin ich leider nicht gekommen, denn der Hausmeister hat mich erwischt :( Aba die Idee war einfach zu lustig.

21 09 2008
michel

hihi, da fällt mir noch ne Stelle aus “idiocracy” (http://de.wikipedia.org/wiki/Idiocracy)
“They’re watering their crops with Gatorade ?!”,
“Yah, it’s got electrolytes.”

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